Was sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen sind eine Bauernregel, die auf jahrhundertelanger Beobachtung beruht. Sie beschreiben eine Periode Mitte Mai, in der es erfahrungsgemäß noch einmal zu Nachtfrost kommen kann.

Die fünf Eisheiligen sind:

  • 11. Mai: Mamertus
  • 12. Mai: Pankratius
  • 13. Mai: Servatius
  • 14. Mai: Bonifatius
  • 15. Mai: Sophia (die „Kalte Sophie“)

Warum sind die Eisheiligen wichtig?

Frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und Kürbis vertragen keinen Frost. Ein einziger Frosttag kann die Pflanzen komplett zerstören.

Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit für Nachtfrost nach dem 15. Mai deutlich geringer. Daher empfiehlt es sich, mit dem Auspflanzen bis nach den Eisheiligen zu warten.

Gelten die Eisheiligen noch?

Ja und nein. Durch den Klimawandel verschieben sich die Frostperioden leicht, aber die Gefahr von Spätfrost im Mai besteht nach wie vor – besonders in höheren Lagen und in Muldenlagen.

Unser Tipp: In milden Regionen (Rheintal, Weinregionen) kann man auch schon ab dem 10. Mai pflanzen. In rauen Lagen (Mittelgebirge, Alpenvorland) lieber bis zum 20. Mai warten. Wer auf Nummer sicher gehen will: Vlies bereitlegen und bei angekündigtem Frost die Pflanzen abdecken.

Was tun, wenn man zu früh gepflanzt hat?

Wenn Frost angekündigt ist:

  • Pflanzen mit Vlies, Folie oder alten Bettlaken abdecken
  • Nicht direkt auf die Pflanzen legen, sondern über Stäbe spannen
  • Morgens rechtzeitig wieder entfernen, damit die Pflanzen Licht bekommen
  • Topfpflanzen über Nacht ins Haus holen

Warum verkaufen Gärtnereien trotzdem schon im April?

Weil die Nachfrage da ist. Viele Hobbygärtner können es kaum erwarten und kaufen zu früh. Die Gärtnereien bieten an, was verkauft wird.

Das Problem: Die Pflanzen müssen dann wochenlang im Haus oder Gewächshaus weitergepflegt werden. Oft werden sie dabei zu groß, vergeilen (lange dünne Triebe) oder leiden unter Lichtmangel.

Fazit: Wer clever ist, wartet bis Mitte Mai und kauft dann kräftige, gut abgehärtete Pflanzen.