Was bedeutet „Abhärten“?

Jungpflanzen, die im Haus oder Gewächshaus vorgezogen wurden, sind verwöhnt. Sie kennen weder Wind, noch direkte Sonne, noch größere Temperaturschwankungen. Pflanzt man sie direkt ins Freiland, bekommen sie einen Schock – die Blätter verbrennen, die Pflanzen welken oder wachsen schlecht.

Abhärten bedeutet: Die Pflanzen langsam an die Außenbedingungen gewöhnen.

Wie härtet man Pflanzen ab?

Das Abhärten dauert etwa 7-10 Tage und läuft in Etappen:

Tag 1-3: Pflanzen tagsüber für 1-2 Stunden nach draußen stellen (schattig, windgeschützt). Abends wieder reinholen.

Tag 4-6: Pflanzen tagsüber für 4-6 Stunden nach draußen (halbschattig). Abends reinholen.

Tag 7-10: Pflanzen ganztags draußen lassen, auch nachts – aber nur, wenn kein Frost droht!

Nach dieser Eingewöhnungsphase können die Pflanzen ausgepflanzt werden.

Warum ist Abhärten so wichtig?

Ohne Abhärtung:

  • Sonnenbrand: Die Blätter bekommen braune, verbrannte Stellen
  • Welken: Die Pflanzen hängen schlaff herunter, weil sie die Verdunstung nicht gewohnt sind
  • Schlechtes Wachstum: Die Pflanzen brauchen Wochen, um sich zu erholen

Typische Fehler beim Abhärten

  • Zu schnell: Pflanzen direkt in die pralle Sonne stellen
  • Zu spät: Erst kurz vor dem Auspflanzen daran denken
  • Nachts draußen lassen: Obwohl noch Frostgefahr besteht

Unser Tipp: Planen Sie das Abhärten ein! Wenn Sie Mitte Mai pflanzen wollen, beginnen Sie Anfang Mai mit dem Abhärten. Wetter im Auge behalten und bei angekündigtem Frost die Pflanzen reinholen.

Welche Pflanzen müssen abgehärtet werden?

Alle Pflanzen, die im Haus vorgezogen wurden:

  • Tomaten
  • Paprika & Chili
  • Gurken, Zucchini, Kürbis
  • Auberginen
  • Kräuter (Basilikum, etc.)

Pflanzen aus der Gärtnerei sind meist schon abgehärtet – aber nicht immer. Fragen Sie beim Kauf nach!